HDC0830
... meine kunst soll erfreuen

claudia kinnemann, geboren 1947 nördlich von moskau als tochter eines in die damalige UdSSR zwangsverschleppten deutschen physikers.

1953 wird die familie freigelassen und kehrt nach deutschland zurück.

mütterlicherseits einer künstlerisch tätigen familie entstammend, machen sich schon früh ihre malerischen und darstellerischen fähigkeiten bemerkbar. doch zeitbedingt und angesichts der starken naturwissenschaftlichen prägung des vaters darf sie ihren wunsch nicht verwirklichen, eine kunsthochschule zu besuchen.

erst in den 80er jahren kommt es zu verstärkten bestrebungen, das vorhandene talent auszudrücken. dabei verzichtet sie absichtlich auf eine nachholende akademische ausbildung, sondern setzt allein auf das originäre schaffen "aus mir selbst heraus". lebenserfahrung und reflektierende bewertung ihrer umgebung verhelfen ihr dabei zu künstlerischen lösungen von hoher originalität und intensität. gleichzeitig vermeidet sie damit bewusst eine beteiligung am mainstream der sogenannten gesellschaftskritischen kunstszene.

vielfältige versuche mit unterschiedlichen techniken und materialien münden in einen weg, der gegenwärtig vor allem zwei schwerpunkte aufweist. einerseits klare konstruktive elemente in der malerei sowie konstruktiv gestaltete objekte. letztere oft auf holzbasis, aber auch unter verwendung von acrylglas als tragelement, womit eine schwebend-transparente leichtigkeit erzielt wird.

daneben stehen ungegenständliche farbkompositionen, auch in großen formaten, von hoher suggestionskraft, in denen sich die besondere farbsicht und das farbverständnis der künstlerin ausdrücken. anklänge an europäische und amerikanische kunstströmungen des 20. jahrhunderts sind erkennbar, werden aber auf eine ganz eigene art aufgenommen und weiterentwickelt und wirken eben deshalb nicht eklektisch.

die wirkung der bilder und objekte auf den betrachter ist naturgemäß unterschiedlich. sie entziehen sich - fast unbewusst - der interpretation. kritiker heben einerseits die klarheit in den konstruktiven werken hervor, aber auch die starke emotionale anmutung der farbkompositionen im ungegenständlichen bereich.

 

 

 

claudia kinnemann
claudia kinnemann